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Lohne, 01.10.09
Ist Biogas bio?
In der Diskussion um Biogas wird immer gefragt, warum wir gegen Biotechnologie seien. Wir halten Biogasanlagen nicht für ein Bioprodukt.
Biogas heißt Biogas, weil biologische Prozesse ein Gas aus organischen Substraten erzeugen. Mit dem Begriff „Bio“ z.B. in der Lebensmittelproduktion, wo nach unterschiedlich strengen Umweltrichtlinien produziert werden muss, hat Biogas gar nichts zu tun.
Die landwirtschaftlich erzeugten Substrate z.B. aus Weizen oder Mais müssen nicht nach Biorichtlinie angebaut werden. Sie werden in der Regel in der konventionellen Landwirtschaft aus optimierten „Hochleistungspflanzen“ unter Einsatz jeglicher, im Landbau verfügbarer Chemie (Pestizide, Dünger) erzeugt. Da bleiben natürlich Rückstände von Pflanzenschutzmitteln erhalten, die im Biogasverfahren nicht abgebaut werden, sondern im Gärrest verbleiben und als landwirtschaftlicher Dünger wieder die Ackerböden belasten. So erhält der Ackerboden im Anbauverfahren zweimal seine Portion an Gift. Und das Gift bleibt da natürlich nicht, es versickert ins Grundwasser oder belastet die Gewässer und führt dort zu einem Artenschwund.
Die Verwendung der Gärreste als Dünger birgt auch weitere, zumeist völlig unbeachtete Gefahren für die Äcker. Experten warnen davor, die Äcker mit Fäulnismikrobiologie belasteter Biogasgülle zu düngen, da dadurch ein Humusabbau in den Böden angeregt und Krankheiten verbreitet werden können. Langfristig ist dadurch die mikrobielle Gesundheit der landwirtschaftlichen Betriebe gefährdet. (Quelle: Marko Heckel,)
Also mit dem Bio-Argument lässt sich die Pro-Biogas-Diskussion schlecht führen. Unsere Argumente gegen gewerbliche Biogastechnologie lassen sich dadurch nicht widerlegen.
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