Mosquitos:

Hochfrequenzgeräte aus Vechta vertreiben bundesweit Jugendliche

 

Wo Jugendliche nicht wohlgelitten sind, werden immer mehr die so genannten Moskitos, die ein nur für junge Menschen hörbares Störsignal aussenden, eingesetzt. Verkauft wird dieses „Wunderding“ bundesweit durch eine Elektronikfirma in Vechta. Und so erlebt so mancher Jugendlicher sein „blaues Wunder“.

 

Klar, dass in unserer Kinder und Jugend feindlichen Gesellschaft dieses Gerät zum Erfolg werden musste. Geworben wird damit, dass „herumlungernde Jugendliche vertrieben und besonders durch Randalierer gefährdete Plätze jugendfrei gehalten werden könnten.“ Doch nur dort, wo Jugendliche keine Treffpunkte, keine Akzeptanz und keine Freizeitangebote finden, fallen sie im öffentlichen Raum störend auf, denn sie wissen,  nur mit Krach, Krawall und Randale werden sie wahrgenommen — leider aber nicht ernst genommen. Das Problem liegt also vor allem bei der öffentlichen Hand und der Politik und nicht bei den Jugendlichen.

 

Das Innenministerium in Hannover prüft gerade auf Anregung des Städte- und Gemeindebundes, ob rechtliche Bedenken bestehen. Zudem schließt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gesundheitliche Schädigungen für Kinder und Jugendliche nicht aus. Gerade Kleinkinder, die unter der Einwirkung der Störquelle stehen und sich den Eltern noch nicht mitteilen können, könnten erhebliche Schädigungen davon tragen, denn die Eltern wären nicht in der Lage, die Ursache für ein Unwohlsein des Kindes zu erkennen, denn sie hören das Störgeräusch nicht. Doch das stört die „zufriedenen Kunden“ nicht.

 

Wir Grünen meinen, öffentliche Straßen und Plätze sind für alle da. Auch frei zugängliche Grundstücke wie z.B Parkplätze gehören dazu. Der Einsatz von Mosquitos stellt eine erhebliche Umweltverschmutzung und eine gesundheitliche Gefahrenquelle dar und gehört daher verboten. Vielmehr muss die Gesellschaft akzeptieren, dass Jugendliche ein Teil unserer Gesellschaft sind und die gleichen Rechte wie die so genannten Erwachsenen haben.


Auch der niedersächsische Landesjugendring beschäftigt sich mit diesem Thema und hofft auf den Druck der Öffentlichkeit.

 

Teilen Sie uns mit, wenn Sie wissen, wer ein solches Gerät im Landkreis Vechta einsetzt. Ein Boykott solcher Geschäfte könnte das Problem schnell beseitigen.

 

Nachricht an Grüner Kreisverband Vechta

 

Der Oldenburgischen Volkszeitung war am 23.05.08 zu entnehmen, dass das Gerät Mosquito nicht mehr von der Vechtaer Firma vertrieben würde:

 

„…..Das "akustische Zerstreuungssystem für Gruppen von Jugendlichen" mit dem Namen "Mosquito" wird derweil nicht mehr von der Vechtaer Firma Compro Electronic vertrieben. Das Gerät passe nicht mehr in die Produktpalette, hieß es seitens des Unternehmens. Mit dem schlechten Image von "Mosquito" habe es nichts zu tun. Der Einsatz des Gerätes ist umstritten. Kritiker beklagen, dass das Vertreiben von Jugendlichen mit einem speziell dafür entwickelten Gerät menschenunwürdig ist. Man solle besser den Dialog miteinander suchen. Außerdem weisen "Mosquito"-Gegner darauf hin, dass das Gerät gesundheitsschädigend sein kann. Markus Ackermann von der Firma Swiss Mosquito aus Stuttgart, die das Produkt verkauft, betont, dass bei richtiger Anwendung niemand zu Schaden komme. "Eine Musikanlage darf man auch nicht zu laut aufdrehen", vergleicht Ackermann. Die Nachfrage nach "Mosquito" sei groß. Behörden und Privatleuten ist das Gerät 850 Euro wert. Sie wollen Jugendliche von Treffpunkten fernhalten, an denen sie Schäden anrichten oder Müll hinterlassen.
Im Kreis Vechta ist bisher kein Einsatz der Geräte bekannt. "Das ist nicht der richtige Weg", meint Wilfried Völker vom Amt für Bürgerservice, Familie, Jugend und Soziales der Stadt Vechta. "Mosquito"-Töne im Unterricht auch nicht. Auch wenn der Lehrer nichts merkt - die Mitschüler werden sich sicherlich beschweren.

 

 

 

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