Antrag der Envitec abgelehnt: Reaktionen

 

 

Lohne, 27.03.09

 

Leserbrief zur Biogasanlage in Lohne.

 

Die Mehrheit im Lohner Rat will nicht diese Biogasanlage und nicht diesen Standort. Die Mehrheit lehnt diese Art von Energiegewinnung grundsätzlich aus unterschiedlichsten Begründungen ab. Ethische, ökologische oder ökonomische Gründe sind hier stellvertretend genannt. Technik soll dem Menschen dienen und nicht der Mensch der Technik. Für die Envitec-Anlage müssten 10% (900ha) der Lohne Gemeindefläche mit Mais bepflanzt und in der Anlage vergoren werden. Werden diese Maissorten gezielt gentechnisch manipuliert, um sie allein für die Biogaserzeugung zu nutzen? Wo bleibt in diesem Verfahren die positive Energie- und Ökobilanz? Welche regionale Wertschöpfung zum Wohle der Lohner Bevölkerung bewirkt sie?  Die Weltmarkt-Rohstoffpreise für Mais und andere Nahrungsmittel sind enorm  gestiegen. Die dritte Welt leidet unter diesen Preisen mit Hunger und Elend. Diese Entwicklung steht mit dem explosionsartigen Rohstoffbedarf für den Biogassektor in Verbindung.   

 

Erstaunlich finde ich, dass Envitec nach der Ablehnung durch den Stadtrat die Entwicklung des Schlarmann-Gebäudes aufs Eis legt. Sollte die Lohner Biogasanlage eine Geldmaschine werden, um das von Envitec überplante Bauvorhaben auf dem Innenstadtgründstück zu subventionieren? Nach dem gestrigen Zeitungsbericht kommen vielleicht neue Fragen ins Spiel. Leicht könnte der Eindruck entstehen, dass hier Erwartungen geweckt und vielleicht Versprechungen  gemacht wurden.

 

Jedes Ratsmitglied hat sich für das Wohl der Stadt Lohne entschieden, ob er dafür war oder da gegen. Politische Meinungen und Entscheidungen sind zu akzeptieren. Das Thema „Kopf durch die Wand“, ist in diesem Fall ad Akta gelegt worden. Keine Biogasanlage in Lohne. Demokratie hat funktioniert. Schade, dass so etwas eine Krise in der Lohner CDU-Fraktion auslöst. Oder steckt mehr dahinter?

 

Walter Mennewisch

(Ratsmitglied SPD/GUF Gruppe)

Im Dörlath 34

49393 Lohne

 

 

Lohne, 26.03.09

 

Der Stadtrat hat entschieden—die Evitec-Planungen sind hinfällig. Anders als von vielen heute in der OV geäußert wurde ist die Entscheidung nicht wegen des Standortes, sondern grundsätzlich wegen moralischer Bedenken gegen die Verwendung von „Lebensmitteln“ als Grundstoff der Energiegewinnung so ausgefallen.

 

Die Firma Envitec in Lohne beklagt in diesem Zusammenhang mangelnde Planungssicherheit mit der CDU Lohne. Städtische Planungen sind keine Parteiveranstaltungen, sondern politische Prozesse innerhalb der mit gewählten Ratsmitgliedern besetzten Gremien der Stadt Lohne - und diese Personen gehören nicht nur der CDU an. Man hätte also alle Fraktionen im Rat ansprechen müssen, um ein authentisches Stimmungsbild erhalten zu wollen. Was sagt uns das? Wieder etwas gelernt!

 

Lohne, 09.05.08

 

Gestern wurde im Rat der Stadt Lohne die Flächennutzungsänderung für die Biogasanlage an der Südtangente mit der Mehrheit der CDU genehmigt. Grundsätzlich dürfen nach einem CDU-Mehrheitsbeschluss in Lohne keine Anlagen mit mehr als 0,5 MW gebaut werden. Die Envitec-Anlage misst fast das dreifache. Auch sollte um die Südtangente herum keine Bebauung stattfinden. Beide Beschlüsse wurden vom Tisch gefegt. Zwei Aspekte, die deutlich zeigen, dass die Lohner CDU nicht in der Lage ist, eine langfristige und nachhaltige Kommunalpolitik zu betreiben.

 

Niesels Wortbruch

 

Am 14.08.2006 äußerten wir in einem OV-Bericht unsere Sorge, die Südtangente könnte die Erschließung und die Bebauung bisher landwirtschaftlich genutzter Flächen bewirken und dadurch weit mehr als bis dahin zu erkennen war den Naherholungswert dieser Ortsteile zerstören. Am 22.08.2006 tat Bürgermeister Niesel in einem OV-Bericht unsere Kritik als Spekulation ab, denn „wo Lohne sich in den nächsten 20 bis 25 Jahren entwickeln würde“, sei in einem rechtsbeständigen Flächennutzungsplan festgelegt, und die Flächen um die Südtangente herum würden in landwirtschaftlicher Nutzung verbleiben. Heute wissen wir, dass derart langfristige Planungen schnell Makulatur werden, wenn der Bürgermeister seine Meinung ändert. Die Halbwertzeit seiner Versprechungen war schon einmal länger. Die hohe Zustimmung zur Biogasanlage in der CDU beweist, dass die damalige Aussage nur ein wohl kalkuliertes und von der CDU mitgetragenes Lippenbekenntnis und der jetzige Wortbruch vorprogrammiert waren. Doch wehe dem, der im guten Glauben an die Versprechungen des Bürgermeisters bei der letzten Kommunalwahl CDU wählte oder als Ratsfrau und Ratsherr der Südtangente zugestimmt hat. Elsbeth Schlärmann hat es wohl verstanden, als sie in der Ratssitzung diesen Wortbruch des Lohner Bürgermeisters monierte, und lässt sich hoffentlich in Zukunft nicht mehr vor den Karren anderer spannen. Hoffentlich sind andere Ratsmitglieder genauso lernfähig.

 

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN

Torsten Mennewisch

Walter Mennewisch

Am Heerweg 2

49393 Lohne

 

 

 

Lohne, 06.05.32008

 

Nein zu Biogas in Lohne

 

Landvolkortsverein Lohne rügt in der Oldenburgischen Volkszeitung pauschal alle Lohner Politiker wegen Untätigkeit in Sachen Biogasanlage und dem Durchwinken der Bürgermeisterposition. Die Kritik des Landvolksortsvereins an der Biogasanlage der Envitec können wir in weiten Teilen nur bekräftigen. (voller Text)

 

Das haben wir nicht verdient!

 

Schade, dass der Landvolkortsverein Lohne nicht zur Kenntnis genommen hat, dass wir Grünen in Lohne klar Position gegen die Biogasanlage der Envitec bezogen haben - auch bei der Abstimmung im Verwaltungsausschuss, den politischen Diskussionen und als Leserbrief in der OV. Gerade der Landvolkortsverein sollte lieber auf die CDU schimpfen und dort Einfluss nehmen, denn politisch stand er bisher eindeutig nur der CDU nah, und er ist somit auch mitverantwortlich für die einseitige CDU-Parteipolitik im Lohner Rat, der wir solche Beschlüsse mit zweierlei Maß zu verdanken haben. Wir Grünen sind gerade hier unserer politischen Verantwortung auch im Interesse der Welternährung und des Weltfriedens gerecht geworden. Und das werden wir ungeachtet der harten und oftmals persönlich verletzenden Auseinandersetzungen im Rat auch weiterhin so tun, ebenso ungeachtet aller Lohner Bürger, die davon nicht Kenntnis nehmen wollen.

 

BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN

Torsten Mennewisch

Walter Mennewisch

Am Heerweg 2

49393 Lohne

 

 

Lohne, 16.04.2008

 

Nein zu Biogas in Lohne

 

Die Firma Envitec aus Lohne möchte ein Biogas-Technologiezentrum errichten. In einer großen Biogasablage sollen neue Verfahren entwickelt werden. Diese Anlage benötigt Mais von ca. 500 ha Ackerbaufläche.

 

Wir begrüßen grundsätzlich die Planungen der Envitec in Lohne und freuen uns über ein Markt führendes Unternehmen in unserer Stadt. Biogas reduziert Co2-Belastungen und macht unabhängiger von fossilen Brennstoffen, die überwiegend aus Krisen geschüttelten Weltregionen importiert werden müssen. Die Technologie ist mindestens genauso sicher wie Produktionsprozesse anderer Industriezweige.

 

Doch es ist heute auch wichtig zu schauen, aus welchem Substrat das Biogas erzeugt wird. Wenn das zugrundeliegende Substrat zur Gewinnung des Gases in Konkurrenz zur Lebensmittelerzeugung steht (Weizen, Mais, Energiepflanzen usw.) und dazu führt, dass weltweit Lebensmittelpreise steigen, oder ganze Regenwälder abgeholzt werden, um neue Anbauflächen zu erschließen, haben wir große moralische Bedenken.

 

Haiti, Indonesien, Ägypten und Mexiko haben gezeigt, dass unser Energiehunger dort direkt zu sozialen und politischen Spannungen mit vielen Todesopfern führen kann.

 

Wir plädieren daher ausschließlich für Techniken, die organisches Restmaterial aus Land- und Forstwirtschaft, organische Recyclingstoffe aus der Entsorgungswirtschaft (Klärschlamm, Siedlungsabfälle) sowie organische Reststoffe aus industrieller Produktion verwenden. Auf den Einsatz reiner Energiepflanzen und „Lebensmitteln“ muss im Interesse des Weltfriedens und der Bekämpfung des Welthungers verzichtet werden. Dieser Verantwortung müssen sich auch unsere Ratsfrauen und Ratsherren in Lohne stellen.

 

 

Torsten Mennewisch, Walter Mennewisch
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN in Lohne
Am Heerweg 2, 49393 Lohne

 

 

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