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Lohne 08.08.2009
Biogas in Lohne: Nur noch eine Standortfrage?
Die Ablehnung der Biogasanlage der Firma Envitec war keine Standortfrage, so wie es jetzt seitens der CDU und der Firma Envitec dargestellt wird.
Gründe der Ablehnung waren moralische, ökonomische und ökologische Bedenken:
Unser Energiehunger löst Hunger in der dritten Welt aus. Lebensmittelpreise stiegen laut Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen zwischen März 2007 und März 2008 um 57 Prozent. Lediglich die Wirtschaftskrise stoppte diesen Trend, der bei wirtschaftlicher Erholung jedoch wieder einsetzen wird. Besonders lokale Grundnahrungsmittel wie Weizen, Mais und Reis sind betroffen. Entwicklungsländer leiden unter dem Preisanstieg am meisten, die Folgen sind Hunger, Proteste und gewaltsame Unruhen. Als Ursache ist schnell der Energiepflanzenmarkt auszumachen. So kauften amerikanische Energiekonzerne den Mittel– und Südamerikanischen Markt nahezu leer und das zu Preisen, die eine lokale Vermarktung der Lebensmittel äußerst unattraktiv machten. Viele Menschen konnten sich so die Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten. Soziale Unruhen setzten ein. “Brot für die Welt“ hält diese Entwicklung für sehr ernst und eine nicht hinzunehmende Fehlentwicklung. Der Zulauf bei den Tafeln in Deutschland zeigen, dass schon in unserer Industriegesellschaft nicht mehr jeder seine Grundbedürfnisse stillen kann und das Hungerproblem auch uns treffen kann.
Energiepflanzenanbau verdirbt die Landwirtschaft Die Bodenpreise sind durch die starke Nachfrage nach Energiepflanzenanbauflächen stark gestiegen. Kleine bäuerliche Betriebe, die auf Zupachtung angewiesen sind, verlieren im Kampf um Flächen ihre wirtschaftliche Grundlage und letztendlich ihre Existenz. Die Verdrängung des familiengeführten Landwirtschaftsbetriebes durch den industrialisierten Pflanzenanbau ist eine soziale Katastrophe.
Energiepflanzenanbau schadet der Umwelt. Dort wo Energiepflanzen gebraucht werden entstehen große Monokulturen. Flächendeckender Maisanbau wird zunehmen, Böden veröden, Grundwasser wird mit Pestiziden und Dünger belastet, die Artenvielfalt geht zurück. Neuer Straßenverkehr belastet die Umwelt.
Geld regiert die Welt? Spiel hier ein Konzern mit seiner wirtschaftlichen Macht? Immerhin schwingt in der Erwähnung, dass weitere Initiativen in Lohne nicht mehr erfolgen werden, sollte das Ansinnen von Envitec scheitern, eine Drohung mit. Wo bleibt das soziale Gewissen der Wirtschaft, wo bleibt die soziale Marktwirtschaft? Wo bleibt der Respekt vor der Demokratie und den Institutionen unserer Gesellschaft? Wo bleibt die Unabhängigkeit der Politik?
Der Mensch wird krank und ärmer. Menschen verlieren ihre Arbeit in der arbeitsaufwendigen bäuerlichen Landwirtschaft. Bürger sind den Umweltfolgen ausgesetzt und werden krank.
Wir glauben an erneuerbare Energie. Zur Energiegewinnung aus „Lebensmitteln“ gibt es jedoch Alternativen. Darauf setzen wir.
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